St. Jakobus-Grundschule Ennigerloh Mitte
Warum wir als CDU-Fraktion der vorgeschlagenen Schließung des Hauptstandortes zustimmen werden.
Die Zukunft der St. Jakobus-Grundschule ist ein Thema, das viele Menschen in Ennigerloh bewegt. Für zahlreiche Familien, ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte ist die Schule weit mehr als ein Gebäude. Sie ist ein Ort der Erinnerungen, der Gemeinschaft und des Lernens. Uns ist bewusst, dass die mögliche Schließung des Hauptstandortes mit persönlichen Geschichten, Sorgen und Emotionen verbunden ist.
Deshalb haben wir uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Eine Schule zu schließen, ist keine Entscheidung, die man ausschließlich anhand von Zahlen treffen sollte. Gleichzeitig müssen wir als Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker die langfristige Entwicklung unserer Stadt im Blick behalten. Dazu gehören die Entwicklung der Schülerzahlen, die räumlichen Voraussetzungen, der notwendige Investitionsbedarf und die verantwortungsvolle Verwendung öffentlicher Mittel.
Nach Abwägung dieser Aspekte und mehrerer Sonderfraktionssitzungen, stimmen wir als CDU-Fraktion der vorgeschlagenen Schließung des Hauptstandortes der St. Jakobus-Grundschule zu.
Sinkende Schülerzahlen erfordern vorausschauende Planung
Ein wesentlicher Bestandteil der Entscheidung ist die demografische Entwicklung. Die Prognosen aus der Schulentwicklungsplanung gehen von rückläufigen Schülerzahlen aus. Nach den vorliegenden Berechnungen soll die durchschnittliche Zahl der Kinder eines Jahrgangs von derzeit rund 204 auf künftig etwa 162 zurückgehen. Für das Schuljahr 2031/2032 werden insgesamt rund 145 Schulanfänger prognostiziert.
Solche Prognosen sind keine Garantie für die tatsächliche Entwicklung. Sie zeigen aber eine Richtung auf, die bei langfristigen Entscheidungen berücksichtigt werden muss. Schulgebäude, Personalplanung und Betreuungsangebote lassen sich nicht kurzfristig anpassen. Sie müssen so geplant werden, dass sie auch in den kommenden Jahren sinnvoll und tragfähig sind.
Dabei ist uns wichtig, klarzustellen: Die St. Jakobus-Grundschule ist keine Schule ohne Schülerinnen und Schüler. Die Kinder, die sie besuchen, und die Arbeit der dort tätigen Lehrkräfte verdienen unseren Respekt. Und das bis zum möglichen auslaufen der Schule.
Die Frage ist vielmehr, wie die Stadt ihre Grundschulstandorte angesichts der prognostizierten Entwicklung langfristig organisiert.
Hoher Sanierungsbedarf und erhebliche finanzielle Unterschiede
Ein weiterer entscheidender Punkt ist der bauliche Zustand beziehungsweise der notwendige Investitionsbedarf am Hauptstandort. Nach den vorliegenden Berechnungen werden die Kosten für eine umfassende Sanierung und den erforderlichen Umbau mit rund 21,5 Millionen Euro beziffert. In dieser Summe sind die Kosten für eine vollständige Schadstoffsanierung noch nicht enthalten.
Demgegenüber stehen für die Konzentration am Standort der Mosaikschule deutlich geringere kalkulierte Kosten. Je nach Entscheidung über die künftige Sporthallenlösung liegen die im Rahmen der Schulentwicklungsplanung dargestellten Varianten bei etwa 2,5 bis 3,7 Millionen Euro. Plus die Sporthallenlösung. Auch diese Varianten müssen im weiteren Verfahren konkretisiert werden.
Die Zahlen zeigen einen erheblichen Unterschied. Eine Investition in eine Schule muss langfristig sinnvoll sein und in einem angemessenen Verhältnis zum künftigen Bedarf stehen. Angesichts der prognostizierten Schülerzahlen halten wir es deshalb nicht für überzeugend, eine derart hohe Summe in den bisherigen Hauptstandort zu investieren, wenn zugleich eine andere Lösung für die schulische Versorgung geprüft und weiterentwickelt werden kann.
Uns ist bewusst, dass die Kosten allein keine pädagogische Entscheidung ersetzen. Sie sind jedoch ein wesentlicher Faktor, wenn es darum geht, die begrenzten finanziellen Mittel unserer Stadt verantwortungsvoll einzusetzen.
Ennigerloh muss auch künftig in zahlreiche wichtige Aufgaben investieren – von Schulen und Betreuung über Sportstätten bis hin zu Feuerwehr, Infrastruktur und weiteren öffentlichen Einrichtungen. Jede große Investition beeinflusst den finanziellen Spielraum für andere Projekte. Deshalb müssen wir sorgfältig prüfen, wo Investitionen langfristig den größten Nutzen für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger haben.
Die Mosaikschule als künftiger Standort
Mit der Konzentration am Standort der Mosaikschule soll die schulische Versorgung in Ennigerloh neu organisiert werden. Nach den vorliegenden Planungen bietet der Standort grundsätzlich räumliche Möglichkeiten, die bei einer Zusammenführung genutzt werden können. Dafür sind allerdings Anpassungen und eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich.
Für uns ist entscheidend, dass eine solche Veränderung nicht allein auf dem Papier funktioniert. Die Räume müssen für den Unterricht geeignet sein. Ebenso müssen die Bedingungen für die offene Ganztagsbetreuung, die Mittagsverpflegung, die Außenbereiche und die Organisation des Schulalltags stimmen.
Auch die personelle Ausstattung muss berücksichtigt werden. Eine Zusammenführung von Standorten darf nicht dazu führen, dass die Qualität des Unterrichts oder die individuelle Förderung der Kinder leidet. Ziel muss vielmehr sein, verlässliche Rahmenbedingungen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Betreuungspersonal zu schaffen.
Die konkrete Ausgestaltung muss deshalb eng mit den zuständigen Stellen, den Schulen und den betroffenen Familien abgestimmt werden. Dazu gehören auch Fragen der Schulwege, der Verkehrssicherheit sowie der Bring- und Abholsituationen.
Die Interessen der Kinder müssen im Mittelpunkt stehen
Bei allen Überlegungen dürfen wir nicht vergessen, dass hinter dieser Entscheidung Kinder und Familien stehen. Ein Schulstandortwechsel bedeutet Veränderungen im gewohnten Alltag. Eltern fragen sich, wie es mit ihren Kindern weitergeht, ob die Betreuung gesichert bleibt und welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Klassengemeinschaften und das schulische Umfeld hat.
Diese Fragen müssen ernst genommen und im weiteren Verfahren konkret beantwortet werden.
Wir halten es daher für besonders wichtig, dass für die betroffenen Kinder verlässliche Übergangsregelungen geschaffen werden. Bereits eingeschulte Kinder sollen – soweit schulrechtlich und organisatorisch umsetzbar – ihre Grundschulzeit in der Jakobusschule beenden können, vielleicht aber zum Ende hin in einem andere Gebäude. Dabei muss eine ausreichende personelle Ausstattung sichergestellt werden, damit der Unterricht bis zum Abschluss der Grundschulzeit in guter Qualität stattfinden kann.
Wir wissen um das Engagement der Lehrkräfte und aller Mitarbeitenden der St. Jakobus-Grundschule. Ihre Arbeit hat viele Kinder begleitet und geprägt. Ihnen gilt unser ausdrücklicher Dank.
Die Zustimmung zur Schließung ist deshalb ausdrücklich keine Abwertung der Schule, ihres pädagogischen Konzepts oder der Menschen, die dort arbeiten. Es geht um eine strukturelle Entscheidung für die Zukunft der Grundschullandschaft in Ennigerloh.
Was passiert mit dem Gebäude und dem Grundstück?
Mit einer möglichen Schließung endet die Verantwortung der Stadt für den bisherigen Schulstandort nicht. Im Gegenteil: Die Frage der Nachnutzung muss frühzeitig und verbindlich angegangen werden.
Ein leer stehendes Gebäude verursacht weiterhin Kosten. Heizung, Reinigung, Pflege der Außenanlagen, Instandhaltung und notwendige Reparaturen müssen auch dann berücksichtigt werden, wenn kein Schulbetrieb mehr stattfindet. Hinzu kommen Risiken durch Schäden oder Vandalismus.
Deshalb setzen wir uns dafür ein, zeitnah eine tragfähige Strategie für das Gebäude und das Grundstück zu entwickeln. Dabei sollten unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten geprüft und die städtebaulichen Zusammenhänge berücksichtigt werden. Die Nachnutzung darf nicht auf unbestimmte Zeit vertagt werden.
Unser Ziel ist, eine Perspektive zu schaffen, die dem Standort gerecht wird und zugleich wirtschaftlich verantwortbar ist. Welche konkrete Nutzung am Ende infrage kommt, muss sorgfältig geprüft werden. Eine abschließende Festlegung gibt es bislang nicht.
Unsere Entscheidung: Verantwortung übernehmen und den weiteren Prozess gut gestalten
Die Zustimmung zur Schließung der St. Jakobus-Grundschule ist für uns keine leichte Entscheidung. Wir wissen um die Bedeutung der Schule und um die Verbundenheit vieler Menschen mit diesem Standort.
Gleichzeitig müssen kommunalpolitische Entscheidungen die Entwicklung der kommenden Jahre berücksichtigen. Die prognostizierten Schülerzahlen, der erhebliche bauliche Investitionsbedarf und die Möglichkeit, die schulische Versorgung am Standort der Mosaikschule neu zu organisieren, sprechen aus unserer Sicht für die vorgeschlagene Lösung.
Mit unserer Zustimmung verbinden wir deshalb klare Erwartungen an die weitere Umsetzung:
Wir sind überzeugt, dass eine solche Entscheidung nicht allein daran gemessen werden darf, ob sie leichtfällt. Entscheidend ist, ob sie angesichts der vorliegenden Fakten verantwortbar ist und ob wir die Umsetzung mit der notwendigen Sorgfalt gestalten.
Für uns stehen eine verlässliche schulische Versorgung, gute Lernbedingungen für die Kinder und ein verantwortungsvoller Umgang mit den finanziellen Möglichkeiten unserer Stadt im Mittelpunkt. Diesen Anspruch wollen wir auch im weiteren Verfahren konsequent verfolgen.
Bild: KI generiert