Jakobusschule

Rede der Fraktionsvorsitzenden im Hauptausschuss

Sehr geehrte Damen und Herren, Hallo kinder, Liebe Eltern der St. Jakobus-Grundschule, verehrte Lehrerschaft der

selben, Herr Berendes als Bürgermeister, liebe Kollegen

und Kolleginnen.

Mein Name ist Georg Aufderheide, hier geboren und

aufgewachsen.

Heute stehe ich hier ungern.

Ich muss eine Entscheidung treffen vor der ich lieber

weglaufen würde.

Ich soll dem Rat der Stadt Ennigerloh empfehlen, die

St. Jakobus-Schule zu schließen, oder auch nicht.

Rein emotional kann ich das nicht.

Mein Vater ist an dieser Schule gewesen. Anfang der 1940er Jahre. Zu Fuß 5 km! Sommer wie Winter. Manchmal, aber nur manchmal, konnten er und seine 5 Geschwister mit dem Milchtransport, damals noch per Pferd und Federwagen, mitfahren. Einmal sogar unter Beschuss durch einen Tiefflieger. Der hat aber "Gott sei es gedankt" nur die Milchkanne vom Nachbarn erwischt.

Ich selbst bin dort zur Grundschule gegangen. Erst sind wir mit dem Bulli von Heifort transportiert worden. Später hat Herr Böckmann uns gefahren. Und zum Schluss Herr Kappel mit dem Bus von Kottenstedde. Meine Lehrerin war erst Frau Hoppenberg, später Herr Ottlick, Musikuntericht hatten wir bei Herrn Stratmann.

Die jetzige Aula (Der Dachboden) war seinerzeit noch Filmraum mit einem riesigen und lauten Projektor. Außerdem war der Dachboden voll mit Lehrmaterial. Instrumente, ausgestopfte Tiere, staubige Landkarten.

Als Erstklässler war das schon ein bisschen unheimlich. Auch der Blaupausenapparat stand dort oben. Den Geruch von Tinte und Lösungsmittel habe ich noch immer in der Nase.

Von 1973 bis 1977 durfte ich den Schuluntericht als Frontaluntericht besuchen. Das war eine herrliche Zeit. Freundschaften sind entstanden, die sich bis heute erhalten haben. Kegelclub, Trauzeugen usw..

Im Haus Birk, das auch einmal Feuerwehr-Haus war, haben wir Werkunterricht gehabt.

Herrlich! Zumal ich nie einen Kindergarten besucht habe. Soziale Kontakte sind geknüpft worden, die bis heute bestehen.

Mitte der 2000er Jahre haben meine Kinder die Schulebesucht. Meine Tochter hatte sogar im ersten Jahr noch die gleiche Lehrerin wie ich. Frau Hoppenberg!

2023 hatten wir ein Klassentreffen. 50 Jahre nach Einschulung.

Jetzt kommt der pädagogische Teil.

Ich bin kein Lehrer. Ich bin Zimmerermeister,

Handwerker, Ausbilder, selbstständig.

Den heutigen pädagogischen Ansätzen kann ich nicht folgen. Muss ich auch nicht. Bedarf es wirklich so viel Platz für eine einzügige Schule?

Die Planungen sind im Zusammenspiel von Verwaltung und Lehrerschaft entstanden. Alle modernen Komponenten sind durch die Fachleute, hier die Lehrerschaft, und die Planer, hier Frau Behrens, in die Kalkulation eingeflossen.

Also eine Schule, wie man sie sich besser nicht vorstellen kann. Auf der Zeichnung!

Jetzt kommt die Faktenlage.

Das Gebäude der St. Jakobus-Grundschule ist ein Denkmal. Ebenso wie die Turnhalle. Umbauen wie wir wollen kann man nicht.

Ein Umbau ruft die Genehmigungsbehörden auf den Plan. Neueste brandschutztechnische Auflagen.

Zweiter abgeschlossener Rettungsweg incl. Aufzug (aber ohne den Denkmalschutz zu tangieren).

Rückgängige Schülerzahlen laut Einwohnermeldeamt und Schulentwicklungsplan. Verpflichtendes OGS Angebot.

Genug Platz in der jetzigen Mosaikschule unter schon jetzt modernen Voraussetzungen. Verkehrstechnische Anbindung im Bezug auf Elterntaxis eher schlecht.

Bei Umbauarbeiten frei werdende Schadstoffe. Kalkulierte Umbaukosten ohne Schadstoffsanierung:

21,5 Millionen Euro!!!

Wir bauen für unsere Bürger ein neues Feuerwehrgerätehaus, wir bauen für unsere Bürger ein neues Hallenbad, wir bauen für unsere Bürger eine neue Dreifachturnhalle.

Das sind die Fakten!

Meine Forderungen!

Wenn es zur Schließung der Grundschule St. Jakobus kommen sollte, was nach aller Wahrscheinlichkeit so sein wird, fordern wir als CDU Fraktion, dass jedes Kind, das an der St. Jakobus Grundschule eingeschult wird, auch die Grundschule als Schüler der St. Jakobus Schule abschließt. Inklusive einer vollständigen Beschulung durch ausreichendes Personal. Mein Sohn war in der letzten Klasse der Realschule, und ich musste mit ansehen, wie die Unterrichtsvielfalt mit Weggang von Lehrpersonal stetig abnahm.

Sofortiges Einsetzen einer Strategie für die Nachnutzung von Gebäude und Grundstück.

Denn auch ein leer stehendes Gebäude kostet viel Geld!

Wir müssen weiter heizen!

Wir müssen weiter reinigen!

Wir müssen weiter die Anlagen und den Schulhof

pflegen!

Wir müssen auch weiter reparieren. Ein Wasserschaden oder Vandalismus kann immer passieren.

Ich möchte kein weiteres Gebäude wie das Haus Schulte in Ennigerloh. Und dann noch in Obhut der Stadt Ennigerloh.

Leider muss ich als Ratsherr der Stadt Ennigerloh der Vorlage der Verwaltung auf Grund der Fakten folgen.

So schwer es mir auch fällt!

Aber bedanken möchte ich mich schon jetzt bei der Lehrerschaft der St. Jakobus-Grundschule! Nicht nur bei den derzeitigen, sondern bei allen, die jemals hier unterrichtet haben. Sie haben Menschen geprägt. Ihnen den rechten Weg gezeigt. Sie haben unseren Kindern die Türen in die ganze Welt geöffnet.

Danke!

Eines noch!

Liebe Elternschaft. Liebe Eltern, die Ihre Kinder derzeit an dieser Schule angemeldet haben. Bleiben Sie bei Ihrer Entscheidung für diese Schule!

Hier wird mit einem hervorragendem Konzept gearbeitet. Hier arbeiten hervorragende Lehrkräfte. Ihre Kinder gehen zumindestens eine Zeit lang in ein wunderschönes Gebäude zur Schule.

Georg Aufderheide